EMD SW 1500 – vom iPad aufs Gleis

EMD SW 1500 Nummer 2525 mit Airbrush-Patinierung auf der Gartenbahn
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MSD Baubericht / Vom iPad aufs Gleis

EMD
SW 1500.

Edelstahl, vier Tatzlagermotoren und eine persönliche Nummer. Christian Stumpe zeigt den Bau seiner Rangierlok im Maßstab 1:11,3.

Am Anfang war die Konstruktion auf dem iPad. Gut ein Jahr später stand die fertige EMD SW 1500 auf den Schienen – rund 110 Kilogramm schwer, aus Edelstahl gebaut und mit einigen Funktionen, die das Rangieren angenehmer machen.

Ich bin Christian Stumpe und habe die Lok im Maßstab 1:11,3 für 5-Zoll-Gleise gezeichnet und gebaut. Los ging es im Februar 2025, fertig war sie im April 2026. Hier zeige ich den Weg vom CAD-Modell über den Edelstahl-Rohbau bis zur lackierten und patinierten Maschine.

Konstruieren, wo die Idee kommt

Die komplette Konstruktion ist auf dem iPad in Shapr3D entstanden. Für mich passt diese Arbeitsweise sehr gut zum privaten Modellbau: Ich kann mit dem Stift direkt am Modell arbeiten und bin dafür nicht an den Schreibtisch oder einen festen PC gebunden.

So ließ sich auch unterwegs an einzelnen Baugruppen weiterzeichnen. Was später zusammenpassen sollte, kam zunächst im CAD zusammen: Rahmen, Haube, Führerhaus und Drehgestelle. Die Bilder zeigen verschiedene Zwischenstände dieser Konstruktion.

Konstruktion der EMD SW 1500 in Shapr3D auf dem iPad
Die SW 1500 in Shapr3D auf dem iPad. Hier sind Aufbau, Plattformen und Drehgestelle bereits zusammengeführt.
CAD-Ansicht von Edelstahl-Aufbau und Rahmen der EMD SW 1500
Aufbau und Rahmen im CAD.
CAD-Konstruktion des Fuehrerhauses und der Plattform
Führerhaus und hintere Plattform aus der Konstruktion.

Edelstahl – mit zwei Druckverfahren kombiniert

Rahmen und Aufbau der Lok sind vollständig aus Edelstahl gefertigt. Dazu habe ich Edelstahlbauteile aus dem SLM-Verfahren und der BJ-Metallfertigung (Binder Jetting) mit der übrigen Edelstahlkonstruktion kombiniert.

Der Gedanke dahinter war recht praktisch: Nicht jede Form lässt sich mit vertretbarem Aufwand aus einzelnen Blechen zusammensetzen. Für schwierige Geometrien bot der Metalldruck eine andere Möglichkeit. Durch die Kombination der Fertigungswege ließ sich außerdem dort Aufwand und Kosten sparen, wo ein einzelnes Verfahren unnötig aufwendig geworden wäre.

An den Rohbaufotos sieht man noch gut, wie die einzelnen Teile zusammenkommen. Fensterrahmen, Leuchtenaufnahmen und die vielen Details an der Haube gehören für mich genauso zur Lok wie die großen Baugruppen.

Edelstahl-Fuehrerhaus der EMD SW 1500 im Rohbau
Das Führerhaus im Edelstahl-Rohbau.
Fuehrerhaus mit Fensterrahmen und Dachdetails vor der Lackierung
Fensterrahmen, Dach und Leuchtenaufnahmen beim Zusammenbau.
Montierte EMD SW 1500 in Edelstahl auf dem Werkstatttisch
Die Lok auf dem Werkstatttisch: Der Aufbau ist montiert, der Edelstahl noch unlackiert.

Vier Achsen, vier Tatzlagermotoren

Jede der vier Achsen hat ihren eigenen 120-Watt-Tatzlagermotor. Zusammen sind damit 480 Watt Motorleistung verbaut. Es wird also jede Achse angetrieben.

Auch die Drehgestelle wurden im CAD ausgearbeitet. In den Ansichten sind Federung, Lagerbereiche und die Anordnung der Bauteile gut zu erkennen. Das Foto auf dem Gleis zeigt anschließend die gefertigte Baugruppe – ein schöner Vergleich zwischen Bildschirm und Werkstatt.

Drehgestell der EMD SW 1500 in der CAD-Konstruktion
Ein Drehgestell während der CAD-Konstruktion.
CAD-Ansicht mit Federung und Details des Drehgestells
Eine weitere Ansicht mit Federung und den äußeren Details.
Gefertigtes Edelstahl-Drehgestell der EMD SW 1500 auf dem Gleis
Das gefertigte Drehgestell auf dem Gleis, noch ohne den darüberliegenden Lokaufbau.

Die Technik bleibt unter der Haube

Unter der langen Haube sitzen der LiFePO₄-Akku mit 12 Volt und 100 Ah sowie der Sabertooth 2×32 als Fahrtregler. Für Sound und Licht ist das BEIER-Electronic USM-RC-3 eingebaut.

Mir war wichtig, dass man diese Technik von außen nicht sieht. Deshalb hat das Führerhaus auch einen vollständigen Innenausbau bekommen. Beim Blick durch die Fenster soll man einen Führerstand erkennen und keinen Platz für Akku und Elektronik.

EMD SW 1500 im weitgehend montierten Edelstahlzustand
Der weitgehend montierte Edelstahl-Aufbau. Akku und Steuerung finden im Inneren Platz.

Licht und Kupplungen per Fernsteuerung

Die Lichtsteuerung der Lok ist automatisiert. Schon im Rohbau wurden die Leuchten und ihre Aufnahmen eingepasst. Auf den Detailbildern sieht man die Bauteile vor dem Einbau und später an der Haube.

Leuchtenbauteil der EMD SW 1500 waehrend des Aufbaus
Leuchtenbauteil vor dem Einbau.
Rueckseite des Leuchtenbauteils mit den Aufnahmen fuer die Beleuchtung
Die Rückseite mit den Aufnahmen für die Beleuchtung.
Kuehlergitter, Haubentueren und Beleuchtung im Edelstahl-Rohbau
Kühlergitter, Haubentüren und Beleuchtung im Detail.

Auch die beiden Janney-Kupplungen vorne und hinten lassen sich per Servo über die Fernsteuerung öffnen. Gerade beim Rangieren ist das angenehm: Wagen abstellen, die Kupplung öffnen und mit der Lok wieder wegfahren, ohne jedes Mal zum Entkuppeln hinterherlaufen zu müssen.

Die Kupplungen sind damit ein funktionaler Teil des Modells. Wer sich für ihre Entstehung interessiert, findet dazu auch unseren Baubericht zur Janney-Style AAR-Kupplung.

Vom blanken Edelstahl zum gebrauchten Look

Vor dem Lackieren war die Lok noch vollständig als Edelstahlkonstruktion zu sehen. Die beiden Ansichten zeigen diesen Stand von der Hauben- und der Führerhausseite.

Gesamtansicht der aufgebauten EMD SW 1500 vor der Lackierung
Die aufgebaute Lok vor der Lackierung.
Edelstahl-Modell von der Fuehrerhausseite gesehen
Der gleiche Bauzustand von der Führerhausseite.

Nach der Lackierung habe ich die Maschine mit der Airbrush patiniert. Mir gefällt es, wenn eine Lok nach Arbeit aussieht. Die Alterung sollte deshalb einen realistischen, benutzten Eindruck vermitteln.

Die aufgebrachte Nummer 2525 ist bewusst fiktiv. Sie ist meine persönliche Glückszahl und hat deshalb ihren Platz an dieser Lok bekommen.

EMD SW 1500 Nummer 2525 mit Airbrush-Patinierung auf der Gartenbahn
Fertig lackiert und mit der Airbrush patiniert: die SW 1500 mit der persönlichen Nummer 2525 auf der Gartenbahn.

Nach rund 14 Monaten auf dem Gleis

Zwischen dem ersten Entwurf im Februar 2025 und der Fertigstellung im April 2026 liegen rund 14 Monate. Aus dem iPad-Projekt ist in dieser Zeit eine fahrfähige Rangierlok mit vier einzeln angetriebenen Achsen, verdeckter Technik und fernbedienbaren Kupplungen geworden.

Das Gesamtgewicht liegt bei ungefähr 110 Kilogramm. Für mich gehören der ausgebaute Führerstand, die Beleuchtung und die Patinierung genauso zum Ergebnis wie der Antrieb – erst zusammen ergibt das die Lok, die ich bauen wollte.

Design und Bau

Christian Stumpe

Ein Projekt unter der MSD-Fahne.